rh. Die
Umnutzung des Gebäudes nimmt langsam
Formen an: In diesen Tagen werden die letzten
Möbelstücke der Novex-Produktion
nach Huttwil verschoben - dann wird zumindest
im oberen Stockwerk mit dem sanften Umbau
der Räume begonnen.
«Wir sind auf gutem Weg, rund 55 Prozent
der Fläche ist vermietet», bilanziert
Projektleiter Hans Peter Stutz nach der
intensiven Vorbereitung.
Um die Zusammenarbeit der zukünftigen
Mieter in der Fabrik zu stärken, wird
nun eine Genossenschaft gegründet.Ursprünglich
wollte man die frei werdenden Räume
grossflächig vermieten, inzwischen
seien eher Klein-Unternehmen im Visier.
«Ich versetze mich in die Lage des
Kunden, frage nach seinen Bedürfnissen»,
erklärt Stutz die Richtungsänderung.
Die klare Positionierung als Fabrik für
Gestaltung verwässert mit dem Einzug
von Treuhand- und Versicherungsbüros.
«Streng genommen ist ein Versicherer
zwar kein Gestalter, aber er gestaltet Dienstleistungen»,
hält Stutz dagegen, «sollte sich
die Fabrik aber zu weit von ihrem Leitbild
entfernen, würde ich ganz klar handeln.»
Hochdorf ist nicht Zürich-West
Dass erst etwas mehr als die Hälfte
der Fläche vermietet werden konnte,
führt Stutz unter anderem auf die Schwierigkeiten
zurück, die ein Wechsel des Geschäftsdomizils
mit sich bringt. «Und der Standort
Hochdorf löst zum heutigen Zeitpunkt
auch nicht bei allen ein Wow! aus - wenn
die Fabrik in Zürich-West stehen würde,
hätten wir die Flächen schon längst
vermietet», vermutet der 40-jährige
Tourismusfachmann weiter.
Dennoch ist er davon überzeugt, dass
das Seetal der richtige Ort für ein
solches Projekt ist. Aber, die Region müsse
sich besser verkaufen. «Schauen sie,
wenn eine Firma aus der Stadt ein Kreativitäts-Seminar
durchführt, wo landet sie? Auf dem
Land, zum Beispiel im Seetal - und hier
sind wir! Wo sonst können sie ihre
Pläne mit einer solchen Kulisse im
Hintergrund verwirklichen?»
Als Vorbild dient Langenthal
Die Idee von der Nutzung eines
alten Fabrikareals in Richtung Technopark
ist nicht neu. Auch Langenthal wählte
diesen Weg und hat sich inzwischen als Zentrum
für Design einen Namen gemacht. Auslöser
waren, wie in Hochdorf, ebenfalls leer stehende
Fabrikgebäude. Stutz erhofft sich auch
für Hochdorf solche Impulse, ihm schwebt
vor, dass der Seetaler Amtshauptort dereinst
als Kompetenzzentrum für Gestaltung
von Produkten und Dienstleistungen in aller
Munde ist - natürlich mit Fokus auf
die Fabrik an der Baldeggstrasse.
Zusammen nachhaltig wachsen
«Wir sind aber ganz klar
ein kommerziell denkender Betrieb, Business
to Business», sagt Stutz. Wer den
Begriff «Gestaltung» mit Künstlern
und Hobby-Grafikern assoziiere, befinde
sich auf dem Holzweg. Gesucht seien in Hochdorf
kreative Köpfe, die auf der Suche nach
Synergien geschäftlicher Natur seien.
«6280.ch entspricht in der Struktur
dem Wesen des Seetals: Kleine Unternehmen
spannen zusammen und wachsen nachhaltig»,
fasst er die Grundidee zusammen.
Und Stutz sieht die Vorteile der Fabrik
für Gestaltung noch an einem ganz anderen
Ort: Wenn eine grosse Firma pleite gehe,
bedeute dies immer den Verlust von vielen
Arbeitsplätzen. Bei der Fabrik für
Gestaltung wechsle höchstens mal ein
Mieter. Das garantiere auch eine gewisse
Sicherheit - mit anderen Worten: Die Fabrik
für Gestaltung habe Zukunft.
Weitere Informationen unter www.6280.ch
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